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Sturm

Viele Sterbende klagen über starke Emotionen im Inneren, so als ob ein Sturm darüber-

fege. Die Ruhe scheint täuschend, eher Resignation zu sein. Vorbote eines unaufhaltbaren Sturmtiefes.

Kaum zu bremsen, überraschende Heftigkeit, teils zerstörerisch, beängstigend, ausgeliefert sein.

Worte wie "Es wird schon" wirken unachtsam und lächerlich.

Welcher Sturm lässt sich schon aufhalten?

Es gilt Schadensbegrenzung zu betreiben.

Da sein, ernst nehmen, mit aushalten.

Wenn dieser Sturm vorüber ist, berichten viele sterbende Menschen von einer Ruhe und inneren Zufriedenheit.

Der Gesichtsausdruck wird weich.


Wie vom Sturm verweht,

So das Leben vergeht;

Wie der Tag nicht weilt,

So das Glück enteilt;

Wie der Abend sinkt,

So der Tod uns winkt.

Friedrich Wilhelm Gubitz (1786 - 1870)

© 2018 Andrea Dorfwirth

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